Ein wenig über mich…

Ich spiele mittlerweile mit sehr viel Spaß und Leidenschaft Klavier und habe in den vergangenen knapp zehn Jahren sehr viel Erfahrung im Klavier unterrichten und in der Livemusik sowie Begleitung von Solo Instrumenten und vor allem Sängerinnen sammeln dürfen.

Ich sage extra mittlerweile, weil das nicht immer so war.

Ich habe in jungen Jahren, im Alter von vier Jahren, angefangen, Klavier zu spielen. Es war irgendwie „normal“ für mich, da ich regen Klavierunterricht und Klavierüben in meiner Familie von der Wiege auf stets mitbekam. Es war wie „Atmen“ für mich und eine Art Selbstverständlichkeit, dass ich auch Klavier spielen würde.

Ich konnte vor Beginn meiner Schulzeit schon Noten lesen und übte schon viel. Dank meiner Mutter hatte ich auch Zuhause viel Unterstützung beim Üben. Sie war diesbezüglich meistens sehr streng zu mir, weil sie es einfach „gut“ mit mir meinte. Manchmal verlor sie aber auch völlig die Geduld mit mir, weil ich etwas nicht begriff. Manchmal weinte ich auch, weil ich die Atmosphäre einfach streng fand. Sie schimpfte mit mir und ich verstand überhaupt gar nicht, warum. Und sie verstand womöglich nicht, warum ich etwas nicht begriff oder einfach so tat, wie es richtig war.

Ich konnte damals in dieser einen Situation nicht sagen, warum ich weinte. Doch heute weiß ich, dass ich damals einfach nicht den Sinn der Notenwerte (wie lange man eine Note spielt; in der Musik gibt es ja lange und kürzere Töne) verstand, weil alles so theoretisch war und vollgestopft mit schweren Wörtern, die kein kleines Kind zu verstehen vermag. Eigentlich eine Lapalie, aber damals war es das nicht… Welches Vorschulkind versteht schon Bruchzahlen und kann sich was darunter vorstellen? Eine Halbe, ein Viertel, Sechzehntel? Also fing ich an, Dinge auswendig zu lernen.

Es ist grundlegend nicht verkehrt, Dinge auswendig zu lernen. Aber mit der Zeit wird man feststellen, dass – sofern das nötige Verständnis dazu fehlt – man „robotisch“ (also wie ein Roboter), unnatürlich und angespannt spielt. Es können Krämpfe in den Fingern entstehen, man fühlt sich völlig ausgelaugt und demotiviert nach dem Üben. Von Spaß nicht so die Rede. Und in meinem Fall weinte ich eben.

Irgendwie schaffte ich diese Phase, hinter mich zu bringen. Irgendwann „verstand“ ich also die Notenwerte und erahnte sie einfach. Es gab ja auch hin und wieder ganz tolle Stücke und ich erkannte, dass sich diese Mühen schon lohnten.

Ich nahm auch an Musik-Wettbewerben teil in späteren Jahren. Also fing die Vorbereitungsphase im Sommer kurz nach den Sommerferien oder schon währenddessen an und es wurde das Klavier-Repertoire ausgesucht, um beim Wettbewerb am kommenden letzten Januar-Wochenende alles vorzutragen. Ich übte fleißig. Hier lernte ich ziemlich schnell bei meinen Eltern, dass ich erst mindestens eine Stunde üben musste, bevor ich mich verabreden möchte. Das fand ich manchmal ja „Hammer hart“. Gerade bei gutem Wetter. Und wie ich manchmal keine Lust hatte! – Die anderen Kinder durften draußen so viel spielen oder konnten sogar reiten gehen und Eis essen und schwimmen gehen und und und!

Doch lernte ich hierdurch sehr schnell, dass man im Leben erst etwas leisten muss und dann dafür seine Lorbeeren später, teilweise erst sehr viel später bekommt und dass es keine Abkürzung gibt. Ich lernte Fleiß, Disziplin und Zielstrebigkeit. Sich nicht ablenken lassen und auf das Ziel schauen. Diese Eigenschaften haben mir im späteren Leben oft sehr geholfen und sicherlich auch den Klavierlehrer aus mir gemacht, der ich heute bin.

Ich kann an dieser Stelle nur allen Eltern empfehlen, eine Sache bei ihrem Kind wirklich durch zu ziehen. Nicht aufhören. Nicht aufgeben. Es gibt garantiert auch mal „Hänger“.  Das soll natürlich nicht überwiegen. Aber es ist eine gute Vorbereitung auf das Leben. Denn an diesen „Hängern“ kann man wachsen, anstatt einfach auf zu geben. Man muss einfach da durch gehen. Ich beobachte hin und wieder Kinder, die mal ein wenig dieses und jenes Hobby machen. Oder die gefühlt tausend Dinge in der Woche „abklappern“. Dann ist man schnell gehetzt und rennt vom einen zum nächsten Termin. Man hat nicht richtig Zeit für das eine Hobby, aber auch nicht richtig Zeit für das andere Hobby. Und schlussendlich kann man sich auf keine spezielle Sache konzentrieren und fokussieren.

Heute bin ich meinen Eltern sehr dankbar für ihre Konsequenz, ihre Disziplin und Kontinuität in einer Sache bei mir. Und ja, auch für euch als Eltern ist es kein leichter Job, manchmal hart und konsequent durch zu greifen!

In den folgenden Jahren – ich fasse mich nun etwas kürzer, um den Rahmen meiner Webseite hier nicht zu sprengen – folgten viele weitere Wettbewerbe. Auch fing ich an, Querflöte zu spielen und dort Unterricht zu erhalten. Ich war sehr gut darin und engagiert. Meine Woche war voll von Musik Kursen: Theorie, Praxis, Orchester, Chor, Proben, uvm.

Ich verstand nie, warum Theorie und Praxis getrennt voneinander gehalten wurden. Natürlich macht es grundlegend Sinn, einen Kurs intensiv darin zu belegen. Aber hätte ich etwas mehr Theorie-Verständnis im Klavierunterricht gehabt, wäre ich schneller vorangekommen.

Es ist wie, als wenn Du eine Fremdsprache lernen möchtest und Du sprichst nur ganze Sätze nach, lernst dessen Bedeutung auswendig, aber Du verstehst nichts über die Satz-Struktur, die einzelnen Vokabeln und keine Grammatik. Also wirst Du nie selbstständig diese Sprache sprechen können. Würde man ein wenig Sprechen lernen, Vokabeln trainieren, Grammatik und Satzstruktur lernen – dann würdest Du erstaunlich schnell selbst beginnen, diese Sprache sprechen zu können.

All meine Erfahrungen berücksichtige ich in meinem Klavierunterricht und achte in meinem Unterricht darauf, dass ich 50% Musik-Theorie und 50% Musik-Praxis habe. Gerne bastele ich die komplizierten Rhythmus Themen oder veranschauliche sie kindgerecht. So lange, bis es verstanden wurde. Vor allem mit Kindern, aber selbst bei Erwachsenen habe ich da durchweg sehr positive Erfahrungen sammeln können. Wenn man Noten liest, muss man in der Lage sein, diese sofort praktisch umsetzen zu können. Die richtige Geschwindigkeit und das richtige Verhältnis zwischen schnell und langsam zu treffen. Es ausdrucksstark zu spielen und technisch seine Ideen umzusetzen.

Aus knapp zehn Jahren intensivster Unterrichtserfahrung kann ich sagen, dass eine gute Balance zwischen Theorie und Praxis sehr wichtig sind. Meine eigens erstellten Arbeitsblätter, die individuelle Lieder-Auswahl, meine exklusiven, großen Schülerkonzerte in ganz besonderen Locations und ein gewisses Fingerspitzen Gefühl haben mein Unterrichtskonzept sehr geprägt und im Laufe der Jahre geformt. Dies zeigte sich in steigenden Schüleranfragen, einer wachsenden Schülerschaft, rührenden Empfehlungen und glücklichen Schüler-Gesichtern. Meine Schülerzahl wuchs auf ungefähr 80 Schülerinnen und Schüler, die ich privat in der Woche betreute. Das war ein kleines Organisations-Wunder, aber der Spaß an der Sache selbst motivieren mich stets!

Um qualitativ noch hochwertigeren, moderneren und umfangreicheren Klavierunterricht liefern zu können, eröffnete ich im August 2020 in Köln-Braunsfeld eine Klavierschule! Und hier bin ich noch nicht am Ende. Dies ist der Anfang eines völlig neuartigen Unterricht Konzeptes, das ich basierend auf meinen Erfahrungen nun in Workshop-Formaten und in meinem neuen Aufnahme-Studio verfestige und realisiere. Hierzu beziehe ich die neuen technischen Möglichkeiten mit ein, von professioneller Studio-Aufnahme bis hin zur Digitalisierung der ganzen Unterrichts-Inhalte, Video-Tutorials und Entfaltung einer Gruppen-Spiele-Dynamik unter den Schülerinnen und Schülern.